Amphibienschutz im Markwasen

Der Kreisverband Reutlingen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sammelt seit über 25 Jahren die Tiere im Markwasen rund um das Naturtheater auf, damit sie nicht auf die Straßen gelangen und unter die Räder kommen.



HELFER UND HELFERINNEN SIND SEHR WILLKOMMEN!

Voraussetzungen: fachlich keine, aber an einem festen Wochentag im Frühjahr von Einbruch der Dunkelheit bis zum Verschwinden der Freizeitpark-Nutzer (ca. 22-23 Uhr) sollte man Zeit haben, um mit kundigen Krötenhelfern rund um das Naturtheater „auf Streife“ zu gehen.

Informationen finden Wanderer auf den Tafeln unseres "Amphibienlehrpfades "Von Lurchen und Leuten", der in der Nähe der Endhaltestelle der Buslinie 8 beginnt und in der Nähe des Stadions endet.

Die fast 30 ehrenamtlichen „Amphibienretter“ sind erschüttert, wie dramatisch sich die Anzahl der erfassten Tiere in den letzten Jahren verringert hat. In den besten Jahren wurden fast 6.000 Erdkröten in den Fangeimern gefunden, 2012 nur noch etwa 250, im Jahr 2013 waren es noch 122!
(Statistik 1990-2012)

Die Gründe für den Rückgang der Individuenzahlen liegen nach Ansicht des BUND nicht nur beim Verkehr, der im Freizeitgelände auch während der Dunkelheit stark zugenommen hat, sondern in der Summe vieler Faktoren. Dazu zählt auch der schlechte Zustand der Seen, die als Laichgewässer und Kinderstube für frisch geschlüpfte Frösche, Kröten und Molche dienen und dringend saniert werden müssen. Das ist 2014 auch durch ein Gutachten im Auftrag der Stadt bestätigt worden (Dr. Wurm u. Dipl.-Landschaftsökologe Thonhofer). Maßnahmen zur Sanierung der Gewässer sind allerdings nicht vor 2017 zu erwarten.

Als erste kleinere Maßnahme wurde von der Stadt am „Monte Kiki“ ein neuer kleiner Teich angelegt, und der städtische Forst hat hinter dem Wildgehege ein Ersatz-Laichgewässer geschaffen.
Wir Naturschützer hoffen, dass die Population auf Dauer eine Chance bekommt nicht zu erlöschen, sondern sich durch weitere Maßnahmen erholt. Aber die Zeit drängt.

Amphibienschutz ab 2013

Nach unserer Ansicht sind der große Einsatz beim Zaunbau und Eimer-Eingraben und die tägliche Kontrolle nicht einmal ehrenamtlich mehr zu rechtfertigen.

Deshalb sind seit 2013 - anders als früher - nicht nur die Tiere sondern auch die „Krötensammler“ bei Dunkelheit auf den Straßen unterwegs, um die Tiere von Hand einzufangen und an sicherer Stelle wieder laufen zu lassen. Der BUND bittet daher die Autofahrer und Freizeitgenießer um ganz besondere Rücksicht und vorsichtige Fahrweise.

Weil nur noch während der Abend- und Nachtstunden gesammelt wird, können zu unserem großen Bedauern zur Zeit aus Sicherheitsgründen keine Aktionen zusammen mit Schulklassen und Kindergärten durchgeführt werden.

GANZ NEU ist 2016 eine Schranke an der Straße zum Gaisbühl, die bei „Amphibienwetter“ in der Laichzeit während der Dunkelheit geschlossen wird. 2015 waren auf dieser Straße 340 von 440 insgesamt erfassten  Tieren unterwegs. Bisher galt ein nächtliches Durchfahrtverbot, das aber selten beachtet wurde...



Wie hilft man einem Lurch?

Was Sie über Frösche, Molche & Co. wissen sollten. Und wie sie geschützt
werden können.

Broschüre des BUND als .pdf zum Herunterladen

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