Erddeponie "Saurer Spitz" im ZDF: "Pfusch bei Deponieneubau"

Am 17.09.2016 erschien im ZDF folgender Bericht:
www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/1481564

Erddeponie „Saurer Spitz”

Öffentliche Stellungnahme des BUND zur Pressemitteilung der Stadt RT (erschienen in den RN am 27.09.2013)  

„Verwirrung” berechtigt  

BUND bezweifelt den korrekten Ablauf des Verfahrens um die Erddeponie „Saurer Spitz”

„Wieder einmal wurden”, so Rainer Blum vom BUND Kreisverband Reutlingen, „bei einem gravierenden Eingriff in Natur und Landschaft die Spielregeln eines „guten” Verfahrens nicht beachtet.”
Das heißt:

1. Unzureichende Beteiligung der Naturschutzverbände.
So wurden Gutachten zum Arten- und Biotopschutz nur auf mehrfaches Nachfragen – zwei davon erst nach Veröffentlichung des Planfeststellungsbeschlusses - ausgehändigt. Und das, obwohl die Fachleute der Verbände bei frühzeitiger Beteiligung mit Vorschlägen zu wirksamen Naturschutzmaßnahmen konstruktiv mitwirken könnten. Im Übrigen enthalten die unter Zeitdruck erstellten Gutachten fachliche Fehler und Ungereimtheiten z. B. bezüglich der Populationsgröße bzw. Schutzwürdigkeit von Salamander bzw. Steinkrebs. Das Vorkommen diverser, geschützter Arten konnte nur stichprobenartig kontrolliert werden.

2. Nicht ausreichende Prüfung von alternativen Standorten bzw. der ortsnahen Wiederverwertung des Erdaushubs des Scheibengipfeltunnels und anderer Bauprojekte. Die Deponie-Erweiterungsfläche grenzt direkt an ein europaweit geschütztes FFH-Gebiet  - das natürlich von den Bauarbeiten und dem Betrieb beeinträchtigt wird - und wäre mit ihrem Waldmeister-Buchenwald, in dem außerdem zahlreiche 150 – 200-jährige Eichen eingestreut waren mit diversen besonders geschützten Arten bereits ebenfalls FFH –würdig (gewesen!). Deshalb sprachen sich im Verfahren nicht nur die Naturschutzverbände sondern auch der städtische Forst gegen diesen Standort aus.

3. Entgegen der Pressemitteilung der Stadt RT wurden ein Großteil der vorgeschlagenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für geschützte Tierarten zu spät, erst nach massiven Hinweisen der Naturschutzverbände auf deren rechtliche Verbindlichkeit und außerdem bis heute nicht im erforderlichen Maße umgesetzt – während große Flächen des Waldgebietes bereits zerstört wurden. Gerade weil vom Vorhabensträger TBR noch längst nicht genug Ersatzlebensräume gefunden bzw. geschaffen wurden, geht der BUND davon aus, dass nur ein geringer Teil der umgesiedelten, umgesetzten und vergrämten Tiere eine Überlebenschance haben.  
In den Fachgutachten wird ein langjähriges Monitoring, also eine Kontrolle zur Wirksamkeit der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gefordert. Der BUND fordert Informationen darüber, wie dies fachlich korrekt (die umgesiedelten Tiere wurden nicht markiert) ausgeführt werden kann und ob die Finanzierung des Monitorings gesichert ist. 
Abschließend: Nicht nur Salamander, Fledermäuse und andere Tiere leiden unter der Zerstörung ihres Lebensraumes sondern auch Spaziergänger, denen im dicht besiedelten Albvorland ein weiteres Stück Erholungsraum genommen wird.



BUNDjugend Reutlingen

Wir sind immer auf der Suche nach Neulingen. Wenn du Lust hast, schreib uns eine Mail an reutlingen@bundjugend-bw.de, kontaktiere (und like) uns auf
www.facebook.com/bundjugendreutlingen,
oder komm einfach montags zwischen 18 und 19:30 Uhr ins Haus der Jugend in der Museumstraße 7. Wir freuen uns auf dich!

BUND Kreisverband Reutlingen - Jahresbericht 2016/17

Unser Jahresbericht 2016/17 veranschaulicht, wie vielfältig und interessant, aber auch wie umfangreich und zeitaufwändig die Aktivitäten des BUND Kreisverbands Reutlingen sind. (pdf)

Suche