Die letzten ihrer Art - heimische Flusskrebse

Flusskrebse führen ein Leben im Verborgenen. Sie sind überwiegend nachtaktiv und bleiben so für die meisten von uns unsichtbar. In Deutschland gibt es drei heimische Krebsarten: Der Steinkrebs, der Edelkrebs und der Dohlenkrebs. Auch in Reutlinger Fließgewässern leben noch Flusskrebse.

Im Europa des 19. Jahrhunderts hatten Flusskrebse, vor allem der Edelkrebs, als hochwertiges Nahrungsmittel eine große Bedeutung. Nahezu alle Gewässer in ganz Europa waren in einer heute unvorstellbaren Dichte mit Süßwasserkrebsen besiedelt. Dies war zum Teil auf Besatz mit Krebsen durch den Menschen zurückzuführen.Dieser Zustand fand ein jähes Ende als um 1860 in Italien die erste Krebspest auftrat und innerhalb von dreißig Jahren die ertragreichen Bestände aus    fast    allen    Gewässern    Europas    fegte.    Die Wiederansiedelungsversuche mit dem Edelkrebs schlugen fehl und man griff auf den Galizierkrebs zurück, der fälschlicherweise als immun galt. Nach diesen Rückschlägen gab man zunächst auf. In diese durch die Krebspest entstandene Lücke konnten sich die eingeführten und gegen die Krebspest teilresistenten nordamerikanischen Krebsarten, zum Teil gefördert durch den Menschen, ausbreiten. Erst in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts setzte ein Umdenken zugunsten der heimischen Krebsarten ein. 

Unsere heimischen Krebse sind überwiegend nachtaktiv. In der Dämmerung verlassen sie ihre Verstecke und begeben sich auf Nahrungssuche. Diese Aktivität ist von der Wassertemperatur abhängig und wird im Winter stark eingeschränkt. Bei der Nahrungswahl sind Krebse    anspruchslos.    Sie verzehren sowohl abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Blätter, als auch tierische Nahrung die von "niederen" Lebewesen wie Würmern, Schnecken und Insektenlarven bis hin zu in der Regel geschwächte oder tote Fischen und Frösche reicht - "Gewässerpolizei" und "Müllabfuhr". In dichten Krebsbeständen spielt Kannibalismus nicht nur in der Ernährung eine wichtige Rolle, sondern dient auch der Bestandsregulierung.

Krebse haben ein steifes Außenskelett. Deshalb müssen sie um wachsen zu können immer wieder ihren alten Panzer abwerfen und einen neuen bilden. Diese Häutung ist sehr kompliziert und dauert mehrere Tage. Verlorengegangene Gliedmaßen können sich über mehrere Häutungen nachbilden. Hat sich der Krebs seines alten Panzers entledigt, ist der sogenannte Butterkrebs aufgrund eines anfangs noch sehr weichen Panzers leichte Beute für Feinde. Im ersten Lebensjahr können beim Edelkrebs 7-10 Häutungen und ab dem vierten Lebensjahr noch 1-2 Häutungen pro Jahr notwendig sein.

Die Geschlechtsreife tritt bei Edelkrebsen meist im dritten Lebensjahr ein. Im Herbst beginnt die Paarungszeit und die Männchen kämpfen dann um die Weibchen. Die Männchen formen mit den sogenannten Begattungsgriffeln, die sich auf der Bauchunterseite befinden, kleine Spermapakete. Sie drehen die Weibchen auf den Rücken und kleben ihnen diese Pakete um die Geschlechtsöffnung. In Abhängigkeit von der Wassertemperatur kommt es nach ein bis sechs Wochen zum Eiausstoß in Verbindung mit Schleim. Dieser Schleim löst die verhärteten, angehafteten Spermapakete und es findet die Befruchtung statt. Nun beginnt die langwierige Eipflege der je nach Art zwischen 50 und 400 an den Schwimmfüßchen auf der Schwanzunterseite des Muttertieres angehefteten Eiern. Die Krebslarven schlüpfen im Frühsommer aus den über den ganzen Winter an die Mutter anhaften- den Eiern. Nach einer Woche erfolgt die erste Häutung der Jungkrebse woraus kleine komplette Ebenbilder der Eltern hervorgehen. Bis zur zweiten Häutung bleiben die Jungtiere im Nahbereich der Mutter. Die heimischen Flusskrebse können ein Lebensalter von über 15 Jahren erreichen.



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