»Wichtig ist, auf fossile Energieträger zu verzichten«

Leserbrief zu den Artikeln „Kelternstadt setzt auf Wärmenetze“ vom 10.1.2024 in der SWP/Metzinger-Uracher Volksblatt und vom 22.12.2023 „Wärmeplan verabschiedet“ im GEA Metzingen

Veröffentlicht am 27.1.2024 in der SWP/Metzinger-Uracher Volksblatt und im GEA Metzingen

Die BUND Gruppe Metzingen begrüßt den Metzinger Kommunalen Wärmeplan, der im Dezember 2023 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Immerhin wurde mit diesem Plan die Metzinger Wärmeversorgungssituation sehr gut beschrieben und die Potentiale zur Wärmewende heraus gearbeitet. So hat man jetzt doch ein beachtliches Zahlenwerk als Grundlage in den Händen. Positiv zu vermerken ist auch, dass die Oberbürgermeisterin Frau Haberstroh bei der Gemeinderatssitzung einer jährlichen Überprüfung des Plans zugestimmt hat.

In der Potenzialanalyse der Stadt zur Wärmwende sind insbesondere neue Wärmenetze von hoher Bedeutung, um ab 2040 klimaneutral in Metzingen zu heizen. Wichtig ist jedoch, dass die kommunalen Wärmenetze in Metzingen tatsächlich ohne fossile Energieträger betrieben werden. Hier ist nach Ansicht des BUND auch Holz als Energieträger aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit und CO2-Bilanz sehr kritisch zu sehen.

Auch Wasserstoff wird immer wieder als möglicher Energieträger für Heizungen genannt. Hier muss immer wieder klar gemacht werden, dass es für die nächsten Jahrzehnte keine signifikaten Mengen an Wasserstoff zur Gebäudeheizung geben wird. Die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist hier sehr deutlich. Wasserstoff dient vor allem der Dekarbonisierung der Stahl-, Chemie- und Glas/Keramik Industrie, sowie für große Gaskraftwerke. Wasserstoff als kommunaler Brennstoff zur Gebäudeheizung wird auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen. So ist das auch in der Wasserstoff Roadmap der Landesregierung klar beschrieben. Wasserstoff, der durch herkömmliche Gasleitungen in die Haushalte strömt, wird es also nicht geben. Hier vermißt der BUND deshalb eine klare Aussage der Kommune gegenüber der Bürgerschaft, um keine unrealistischen Erwartungen zu wecken.

Viel wichtiger ist nun das Potential der mitteltiefen hydrothermalen Geothermie möglichst schnell zu prüfen und auch bald für Wärmenetze zu nutzen. Glücklicherweise liegt Metzingen im Bereich des Schwäbischen Vulkans, so dass gute Bedingungen für eine geothermische Energienutzung vorliegen. Dies ist auch eine der prioritären Maßnahmen der kommunalen Wärmeplanung. Wir hoffen, dass die hierzu nötigen Probebohrungen auch zügig erfolgen.

Beachtet werden muss aber auch, dass durch die geplante Ausweisung von Wärmenetzen im kommunalen Wärmeplan keine Stagnation der notwendigen Wärmewende eintreten darf. Der kommunale Wärmeplan hat keinerlei Rechtswirkung. Ob in einem jetzt genannten Wärmenetz- Potentialgebiet tatsächlich einmal ein Wärmenetz installiert wird, wird mittelfristig nur bei den beschriebenen prioritären Mßnahmen geprüft. Bei den meisten anderen potentiellen Wärmenetzgebieten ist selbst diese Prüfung mit keinem klaren Zeitplan hinterlegt.

D.h. wer als Hauseigentümer jetzt vor der Entscheidung einer neuen Heizung steht, ist gut beraten, zeitnah auf eine Wärmepumpe umzusteigen und diese mit Ökostrom zu betreiben. Zum Thema Wärmepumpe gibt es einen sicherlich interessanten Vortrag am 20. Februar 2024 vom Arbeitskreis Energie im Kulturforum Metzingen .

BUND Gruppe Metzingen
Dr. Andreas Weber und Gebhard Stiefele