Galgenrain I – III: Klimaanalyse warnt für Folgen
Betrifft: Die Ausweisung großer Gebiete im Arbachtal für Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung (Galgenrain I – III und Hinterholz) im neuen Flächennutzungsplan wird sehr negative Folgen für die Luftqualität in der Reutlinger Innenstadt haben.
Dr.-Ing. Frank Dröscher schreibt in der aktuellen Gesamtstädtischen Klimaanalyse der Stadt Reutlingen: »Insgesamt ist der Kaltluftstrom aus dem Arbach- bzw. Echaztal für Klima und Lufthygiene in weiten Teilen der Kernstadt von Reutlingen bis nach Betzingen jedoch von überragender Bedeutung und muss unbedingt erhalten bleiben. Beeinträchtigungen im Zu- und Abstrom sind zu vermeiden.« Die Innenstadt von Reutlingen, aufgrund ihrer tiefen Lage zwischen Achalm, Scheibengipfel, Georgenberg und Lerchenberg, habe eine »starke Abhängigkeit einerseits von lokalen Windsystemen wie kleineren Hangabwinden sowie andererseits von der Wirksamkeit der großen Bergwindsysteme wie dem Echaztäler und dem Arbachtäler Kaltluftstrom.«
Die Bebauung im Arbachtal, der neue Verkehrsknoten am Südbahnhof und die Siedlungsgebiete beim Südportal des Achalmtunnels untergraben die Wirksamkeit dieser Kaltluftströmungen. Die jetzt neu geplante Bebauung ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Dabei wird auch bester Boden versiegelt und ein wertvolles Mosaik aus Streuobstwiesen, Kleingärten, artenreichen FFH Wiesen, Böschungen, Hecken und kleinparzelligen Ackerflächen vernichtet. Überregional bedeutende Habitate für Insekten und bedrohte Vögel wie den Gartenrotschwanz und Halsbandschnäpper werden ebenso zerstört. Das angrenzende Wohngebiet „Karlshöhe II“ mit direkt angrenzendem FFH- und Vogelschutzgebiet – eine Pflegezone des Biosphärengebietes – bekommt im Steckbrief des Flächennutzungsplans die höchstmögliche Wertung in Bezug auf Natur- und Artenschutz. Ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet für die Pfullinger Bevölkerung geht dabei verloren.
Alle Maßnahmen des Luftreinhalteplans des Regierungspräsidium Tübingen sind weitgehend nutzlos, wenn der Frischluftaustausch vom Arbachtal her durch weitere Bebauung beeinträchtigt wird. Pfullingen profitiert ebenso von der täglichen Lufterneuerung, die die Frischluftströme von den Berghängen bringen. Daher fordern wir die Stadtverwaltung und den Gemeinderat Reutlingens auf, im Interesse aller Reutlinger Bürger den Plänen der Stadt Pfullingen entgegenzuwirken.